IT

Man­gel an IT-Fach­leu­ten in der Schweiz spitzt sich zu

16. September 2020

Der Fachkräftemangel nimmt zu. Doch es wird immer schwieriger, gut qualifizierte Arbeitnehmer einzustellen.

Die Schweiz bildet seit Jahren sehr gute Fachkräfte aus. Wegen seiner hohen Löhne und guten Lebensqualität ist das Land zudem sehr beliebt bei Expats. Doch dies ändert sich. Denn die Rahmenbedingungen verschlechtern sich: Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Spitzenkräfte einzustellen.

Auch im Berufsfeld ICT ist der Mangel an Fachkräften gross. Auf jede arbeitslose Fachkraft im Berufsfeld ICT kommen vier offene Stellen, wie aktuelle Zahlen des Schweizer Dachverbands ICTswitzerland zeigen. Die Schweizer Wirtschaft benötigt bis 2028 insgesamt 117'900 zusätzliche ICT-Fachkräfte. Damit wächst die Nachfrage noch stärker als erwartet.

Doch woher sollen diese Software-Entwickler, Netzwerk-Spezialisten, Mediamatiker, Telekommunikations-Fachleute, ICT-Kader und Grafik-& Multimediadesigner kommen? Die SBB Informatik hat gerade einen Software-Auftrag an T-Systems Deutschland vergeben, unter anderem wegen des Fachkräftemangels in der Schweizer IT-Branche.

Besonders gross ist der Mangel an Fachleuten im Bereich neuer Technologien im Java-Umfeld, wie Kafka, Angular, Spring Boot, Docker / OpenShift. Auch in den Spezialgebieten wie IT-Security, Applikationsintegration, Test Driven Development, Continuous Integration und Continuous Deployment sind die Spezialisten dünn gesät.

Viele grosse Unternehmen haben komplexe fachliche Anforderungen und bewegen sich im Bereich der Spitzentechnologien. Deshalb sind sie auf die besten Fachleute angewiesen, die sich mit den neusten Entwicklungen auskennen. Durch die Digitalisierung ist der Bedarf in allen IT-Gebieten schneller gewachsen als der Markt ausbilden kann. Im Bereich der neusten Technologien spitzt sich die Situation umso mehr zu. Das führt dann dazu, dass Arbeitgeber einen hohen Aufwand betreiben, um die dringend benötigten Spezialisten zu gewinnen. Oft jagen sie sich sogar gegenseitig die besten Leute ab. Das Problem, der Schweizer ICT-Nachwuchs und die Zuwanderung würden nur 70% des Bedarfs decken.

Deshalb wird es in Zukunft umso wichtiger, in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden zu setzen. Die SBB beispielsweise hat in den letzten Jahren die Anzahl der IT-Auszubildenden mehr als verdreifacht.

Ausserdem muss sich in der Gesellschaft und in den Ausbildungsstätten das oft verstaubte Image des Informatikers verändern. Der bleiche Nerd im Keller vor seinem PC entspricht nicht mehr der Realität. Heute sind Informatiker kommunikativ gefordert und haben eine hohe Sozialkompetenz. Sie arbeiten in sehr diversen, interdisziplinären Teams und stehen mit den Benutzern ihrer Anwendungen im regen Austausch. Und ganz wichtig wäre auch, dass der IT-Beruf endlich bei den Frauen an Attraktivität gewinnt. Typische weibliche Fähigkeiten, wie Empathie und Kommunikationsskills, sind ganz besonders gefragt und werden immer wichtiger. Mit der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und zu flexiblen Arbeitszeiten ist der Beruf zudem für Eltern besonders attraktiv.

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Dein Coopers Team

 

Quelle: SwissICT / InsideIT