Leadership

Füh­rung mit Ver­trau­en und Flexibilität

Impli­ka­tio­nen aus dem Micro­soft Work Trend Index

04. November 2021
Führung mit Vertrauen und Flexibilität

Mini-Blogserie:
Im vorhergehenden Teil 1 wurden zentrale Ergebnisse des Microsoft Work Trend Index vorgestellt.
Im heutigen finalen Teil 2 geht es um den Aufbau einer zukunftsfähigen hybriden Arbeitskultur. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Teil 2 / Was wir aus dem Blogbeitrag der vergangenen Woche mitnehmen: Wenn auch etwas plötzlich, aber wir sind die weltweit erste Generation einer digitalen Belegschaft. Mit der Pandemie ging es raus aus dem Büro und rein ins Homeoffice. Dort werden wir in Zukunft auch bleiben, mit einigen Abstechern ins Büro, um vor allem das soziale Defizit auszugleichen – ein hybrides Arbeitsmodell.

Reibungsloser Übergang in die hybride Ära

Die Ergebnisse des Microsoft Work Trend Index (WTI) zeigen, an welchen Stellschrauben zu drehen ist, um einen reibungslosen Übergang in die hybride Ära sicherzustellen.

Während Führungskräfte sich laut eigenen Angaben in den letzten Monaten entfalten konnten, ergeht es vielen Beschäftigten anders. Gerade die junge Generation Z hat stark zu kämpfen. Zwei Drittel versuchen einfach, die Situation zu überstehen; von Entfaltung keine Spur. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Universtiy of Cambridge, welche von der ILO in Auftrag gegeben wurde. Etwa ein Sechstel der Berufseinsteigenden verlor aufgrund der Pandemie den Job und die weltweite Jugendbeschäftigung fiel 2020 um 8.7% (bei Erwachsenen nur 3.7%). Doch auch erfahrene Angestellte fühlen sich erschöpft, überarbeitet und vom Arbeitgeber im Stich gelassen. Kein Wunder also, dass ein nicht zu verachtender Anteil über einen Jobwechsel nachdenkt.

Führungskräfte in der Schlüsselrolle

Führungskräfte sind damit das Personal der Stunde. Zum einen, um der jungen „Generation Lockdown" den Weg ins Arbeitsleben zu ebnen. Zum anderen, um bestehendem Personal die Angst vor dem Ungewissen zu nehmen und sie in die hybride Arbeitswelt zu führen.

Das Ziel ist eine Arbeitskultur, die sich durch sozialen Zusammenhalt, Vertrauen und Flexibilität auszeichnet. Noch haben wir dieses Ziel nicht erreicht, bedenkt man die Ergebnisse des WTI.

Die Frage lautet daher: Wie kommen wir dort hin?
Antwort: Mit einem empathischen und flexiblen Führungsstil. In einer solchen Zeit von Umbruch brauchen Menschen Halt und Führung. Darum kommt der Funktion des Führungspersonals eine solch hohe Bedeutung zu. Um ihnen ihre Relevanz zu verdeutlichen und ihr Verhalten in die richtige Richtung zu lenken, sollte ihr Erfolg unter anderem daran gemessen werden, wie gut es ihnen gelingt, ihre hybriden Teams zusammenzuhalten.

Die folgenden 5 Tipps fördern eine vertrauensvolle und flexible Arbeitskultur im hybriden Miteinander:

1) Flexible Arbeit erfordert flexible Führung. Führungskräfte kennen sich in der hybriden Welt genauso wenig aus, wie der Rest von uns – und daraus ist kein Hehl zu machen. Anstatt vorzugeben, die Spielregeln hybrider Arbeit zu kennen, sollten sie das Gemeinschaftsgefühl stärken, indem sie eben diese mit ihrem Team gemeinsam erarbeiten. Führungskräfte sollten entsprechend flexibel sein, heisst, die Bereitschaft mitbringen, auch mal umzudenken sowie mit einer positiven Can-do-Attitude ihre Teams motivieren.

2) Team-Ebene und individuelle Ebene berücksichtigen. Hybrides Arbeiten kann für jedes Teammitglied etwas anderes bedeuten – der eine findet Ruhe im Homeoffice, die andere im Büro. Führungskräfte müssen mit ihren Teams ausloten, wie die hybride Zusammenarbeit ausgestaltet wird. Einzelgespräche sind dabei so unerlässlich wie Teamvereinbarungen, zum Beispiel bezüglich Meeting-freier Tage oder fixer Präsenz-Meetings. Ein Regelwerk schafft Klarheit und baut Unsicherheit ab, zudem lässt es Raum für autonome Entscheidungen.

3) Proaktiv unterstützen und soziale Netzwerke stärken. In einer hybriden Arbeitswelt reduzieren sich wiederkehrende soziale Interaktionen, sei es am Drucker, der Kaffeemaschine oder beim gemeinsamen Mittagessen. Networking erfordert daher proaktives Handeln, denn ein solidarisches Miteinander ist die Grundlage funktionierender Teams. Das Gute: es sind vor allem grundlegende Dinge, die Teams zusammenschweissen: Führungskräfte steigerten Wohlbefinden sowie Zugehörigkeitsgefühl ihrer Mitarbeitenden, wenn sie diese proaktiv dabei unterstützen, ihre Arbeit richtig zu priorisieren, sich produktiv zu fühlen und eine Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten. Es muss also nicht unbedingt die virtuelle Happy Hour sein, um den Teamgeist zu stärken. Besser ganz bewusst hybride Meetings abhalten, in denen sich alle gleichermassen beteiligt fühlen. Microsoft nutzt dafür diesen Leitfaden.

4) Informationsfluss sichern – Personalbefragungen. Führungskräfte können ihrer gesteigerten Fürsorgepflicht des hybriden Zeitalters nur dann gerecht werden, wenn sie über ausreichend Informationen verfügen. Kommt es zu Frontenbildung (Team remote vs. Team Präsenz)? Bleibt jemand auf der Strecke? Gibt es Trittbrettfahrer? Um all diese und weitere Themen anzugehen, braucht es Insights. Mittels anonymer Personalumfragen lassen sich diese einholen; wiederkehrende Befragungen erlauben zudem klare Zielsetzungen und entsprechende Soll-Ist-Vergleiche.

5) Coach und Vorbildfunktion. Das Verhalten der Führungskräfte legitimiert die Spielregeln im hybriden Miteinander. Daher sollten sie starke Verfechter von Selbstfürsorge sein und mit gutem Beispiel vorangehen, denn Taten sprechen lauter als Worte. Um einige Beispiele zu nennen: Sie sollten vorleben, dass Pausen kein Zeichen von Faulheit sind, sondern unter anderem die Konzentrationsfähigkeit fördern; dass Überstunden nicht signalisieren, man mache viel mehr als andere; dass es okay ist, sich seinen Hobbies zu widmen. Das gilt sowohl im Office, als auch zu Hause. So ein ehrliches, menschliches Miteinander fördert die Authentizität, das Vertrauen und damit den Respekt untereinander.

 

Wir hoffen, Führungskräften nützliche Impulse damit geben zu können. Selbstverständlich liegt es nicht ausschliesslich an ihnen, eine zukunftsfähige hybride Arbeitswelt aufzubauen. Zum einen sind Organisationen angehalten, die nötigen Strukturen zu schaffen, etwa durch die technische Ausstattung der Mitarbeiter, Anpassung der Büroräumlichkeiten et cetera. Auch sollten sie ihrem Führungspersonal Raum und Zeit geben, der intensiveren Fürsorge nachzukommen. Zum anderen bedarf es dem Engagement eines jeden Einzelnen in dieser digitalen Belegschaft, dem Wandel zum hybriden Miteinander mit Offenheit, Empathie und Flexibilität zu begegnen.

Wir von Coopers werden weiterhin gerne darüber berichten, wie uns das hybride Miteinander gelingt. Wir sind gespannt auf die Zukunft der Arbeit und bewahren uns unsere optimistische Einstellung. Oder in den Worten von Ryan Roslansky, CEO von LinkedIn: "More people will be doing work they love at companies they feel passionate about, leading to greater success for organizations who engage their employees with empathy and trust."

Welche Führungsprinzipien halten Sie wichtig für die hybride Ära? Wie schulen Sie Ihr Führungspersonal dazu? Wir sind aufrichtig interessiert und freuen uns über Feedback via Email oder auf unseren Social Media Kanälen FacebookLinkedInXing und Instagram

Ihr Coopers Team

 

Foto von Jehyun Sung via Unsplash