Life Sciences Circle Oktober 2026
KI in GMP zwischen Plattform und Produktionsalltag
von Dr. Elena D’Cruz
29. Oktober 2026
«Wer hat diese Woche mehr als eine Stunde damit verbracht, nach Informationen zu suchen, die es im Unternehmen längst gibt?» Mit dieser Frage startete Marc Michaelis seinen Vortrag beim dritten Coopers Life Sciences Circles. Sie zeigt gut, worum es an diesem Abend ging: KI in GMP, nicht als Zukunftsvision, sondern im Produktionsalltag.
Das Thema war anspruchsvoll, die Stimmung trotzdem alles andere als steif. Wir sind per Du, man kennt sich oder lernt sich kennen, und genau dieser Rahmen macht offene Fachgespräche möglich.
Nach Capex und Engineering in der ersten Ausgabe und Regulatory Affairs in Quality und Engineering in der zweiten ging es diesmal um KI in GMP. Der Grund liegt auf der Hand: Mit den Fortschritten der KI verändert sich die Branche spürbar. Zwei Vorträge haben das Thema von zwei Seiten beleuchtet, aus Sicht eines Technologieanbieters und aus Sicht eines Produktionsunternehmens.
Zwei Perspektiven, eine Pumpe
Den Auftakt machten Christian Gay Porcel (Manager Quality & GxP Compliance) und Giulia Dini (Sr. Enterprise Account Executive) von Aizon. Ihre Kernbotschaft: KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie arbeitet, und im GMP-Umfeld muss jedes Modell nachvollziehbar und validiert bleiben. Wie das in einer echten Produktion aussieht, zeigte Giulia an einem Fallbeispiel aus der Biopharma-Herstellung. Ein entscheidender Faktor lag dort ausgerechnet bei einer Pumpe.
Danach wechselte die Perspektive. Marc Michaelis, Head of Business Development & Projects bei Aenova, holte das Thema in den Produktionsalltag. Er begann mit einer Frage ans Publikum: Wer hat diese Woche mehr als eine Stunde damit verbracht, nach Informationen zu suchen, die es im Unternehmen längst gibt? Später liess er live abstimmen, wie viel Autonomie man einer KI in der Produktion zutraut. Und auch Marc kam auf eine Pumpe zu sprechen: Wie schnell ihr Motor dreht, verrät indirekt, ob im Prozess etwas aus dem Ruder läuft. Für ihn ein Beispiel dafür, dass viele relevante Informationen gar nicht in den kritischen Prozessparametern stecken.
Beide Vorträge stellen wir im Nachgang in eigenen Beiträgen ausführlicher vor.
Was die Gäste mitgenommen haben
Die Rückmeldungen fallen sehr positiv aus: Im Schnitt bewerteten die Gäste den Abend mit 4,8 von 5 Punkten. Gelobt wurden die Organisation, die Referent:innen und vor allem die Möglichkeit, neue Leute aus der Branche kennenzulernen.
Weil der Kreis bewusst klein bleibt, kommt man tatsächlich miteinander ins Gespräch. Teilnehmende konnten neue Kontakte knüpfen, und alle möchten wieder dabei sein. Auch die Orangerie Basel als Gastgeberin erhielt durchwegs die Bestnote mit 5 von 5 Punkten.
Zwei Stimmen aus den Rückmeldungen, im Original:
«Great platform to meet interesting people!»
«Just stay as committed and charming as you are.»
Wie geht es weiter?
Der nächste Life Sciences Circle findet am Donnerstag, 29. April 2027, ab 17 Uhr in der Orangerie Basel statt. Details zu Thema und Referent:innen folgen bald. Wer sich schon anmelden möchte, kann das hier tun.
Ein grosses Dankeschön an Christian, Giulia und Marc für ihre Vorträge und an alle Gäste für die wertvollen Gespräche. Wir freuen uns auf die Life Sciences Circles 2027.
Donnerstag, 29. April 2027
Donnerstag, 28. Oktober 2027
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